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Umweltassistenten ermöglichten Naturerlebnis mit allen Sinnen

Seit 2013 unterstützen Menschen mit Behinderung Veranstaltungen der Biologischen Station und der Bergischen Agentur für Kulturlandschaft – Beim „Apfeltag“ zeigten sie nun anderen Menschen mit Behinderung, wie man aus Äpfeln leckeren Saft presst.


Wie kommt der Saft aus dem Apfel? Um dieser spannenden Frage auf den Grund zu gehen, statteten Bewohner des Hauses für Menschen mit Behinderung in Wiehl (HBW) dem Landschaftshaus, dem Bildungsraum der Biologischen Station Oberberg in Nümbrecht, kürzlich einen Besuch ab. Einmal im Monat veranstaltet die Bergische Agentur für Kulturlandschaft (BAK) eine solche naturkundliche Exkursion für die Menschen im Rentenalter, die im Wiehler Haus für Menschen mit Behinderung leben – und jede Veranstaltung ist für die Menschen mit einer geistigen Behinderung ein Highlight. Voll freudiger Erwartung waren aber diesmal nicht nur die Besucher, sondern auch die, die die Veranstaltung durchführten.

Franziska, Stephanus, Timo, Christopher, Michael, Frederic und Ramona arbeiten eigentlich in den Behinderten Werkstätten Oberberg (BWO). Im Rahmen einer Kooperation zwischen der BAK und der BWO haben sie sich zusätzlich zu Umweltassistenten qualifizieren lassen und hatten am „Apfeltag“ nun einmal mehr die Gelegenheit, ihr Wissen über Natur und Umwelt weiterzugeben und für andere erlebbar zu machen. Mit den Besuchern der heutigen Veranstaltung leben die Umweltassistenten in den Wohnhäusern des HBW teils Tür an Tür – Berührungsängste gab es darum keine, stattdessen eine lockere und aufgeschlossene Atmosphäre von Anfang an. Ganz ohne Aufregung und Scheu erklärte Umweltassistent Michael also erst mal, was eine Streuobstwiese eigentlich ist und auch die Antworten auf seine Frage, welche Bäume hier wachsen, ließen nicht lange auf sich warten.

Unterstützt von Manuela Thomas von der BAK präsentierten die Umweltassistenten so viel Wissenswertes rund um den Lebensraum Streuobstwiese, bevor es zum praktischen Teil des Tages ging: die Verarbeitung des Apfels zum Saft. Auch beim Zerkleinern und Pressen der Äpfel standen die Umweltassistenten ihren Besuchern mit Rat und Tat zur Seite, sodass schließlich alle mit einem Glas frischgepresstem Saft auf die heimischen Streuobstwiesen anstoßen konnten.

Seit 2013 unterstützen Menschen mit Behinderung, die in der BWO einer Beschäftigung nachgehen und teils im HBW wohnen, die Umweltbildung der BAK. Neun Umweltassistenten wurden bislang qualifiziert und sind somit in der Lage, mit geringer Unterstützung anderen Menschen mit Behinderung naturkundliche Themen näher zu bringen. Dieses inklusive Projekt wurde 2016 mit dem Deutschen Waldpädagogikpreis von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ausgezeichnet. „Die Umweltassistenten sind bei diesen Veranstaltungen immer mit großem Engagement dabei und es bereitet ihnen große Freude, ihr Wissen über die Natur mit anderen Menschen zu teilen. Sie sind zu Recht stolz auf das, was sie tun“, lobte Manuela Thomas das Team der Umweltassistenten am Ende der Veranstaltung, die allen Beteiligten einmal mehr großen Spaß bereitet hat.

Foto: BWO GmbH/F. Jansen

Foto: BWO GmbH/F. Jansen

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